Seele. ' 435
schieben wir bis zum Beschlüsse dieses Artikels unsere Folge,rungen, um ihre Unsterblichkeit festzuseßen.
Erster Beweis.
Die Geistigkeit der Seele.
Wir können eben so wenig zweifeln, daß es in uns einWesen gebe, welches von unserm Leibe unterschieden ist, alswir an unserm eigenen Daseyn zweifeln könnbri. Nun, wasin uns denket, betrachtet, rechnet, vergleicht, nachsinnt;was fähig ist, eine so große Verschiedenheit der Kenntnisseund Empfindungen zu haben ; das kann nicht Materie fi yn:es muß von einer Natur ftyn, die von der Materie ganzverschieden, und weit vornehmer ist, als die Materie. Für,wahr, die Materie wirket nur, und kann nur durch die Be-wegung , die Zertheilung, die Gestalt ihrer Theile wirken.Locke beweist es unumstößlich im vierten Buche seiner Ab-handlung vom menschlichen Verstände; und er beweist zu-gleich , daß die Materie nicht allein zu denken nicht fähigsey, sondern daß sie nicht einmal den Begriff vom Gedankenerzeugen könnte. Man suche die Beweise davon in diesemWerke beym Artikel: Materie, nach. Was in uns de«,ket, ist ein Wesen, das von der Materie unterschieden ist;folglich giebt es in uns ein Wesen, das nicht materialisch,das vom Leibe unterschieden ist.
Zweyter Beweis-
Das innere Gefühl»
Ueberdas fühlen wir innerlich, daß alles, was in unsvorbeygeht unsre Gedanken, unsre Kenntnisse, unsre Gesin«"ungen, unser Geschmack zur Wahrheit, das Vergnügen,welches wir empfindest, wann wir sie gefunden haben; wiefühlen innerlich, sageich, daß all dieses nicht dir Wirkung
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