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Seele.
ist die Seele? Eine große Frage, welche die Frey,denker mit Vergnügen aufwerfen, welche die Klüglerschwerlich auflösen werden, und worauf nur eine richtigeVernunft und die Religion uns in den Stand sehen könnenzu antworten.
Es ist kaum ein Punkt in der Philosophie, wovon manso viele Jmhümer, Ausschweifungen, und Ungereimtheitenauf die Bahne gebracht har. Man findet sie beynahe allein der Encyklopädre beym Artikel: Seele, versammelt, woman alles abgeschrieben hat, was Cicero, von den Träu,mereyen der griechischen Philosophen über diesen Gegenstand,erzählet. Sie sind im philosophischen Handlexikon besser insKurze gezogen, und mit einem Spörterrone gewürzet, wel-cher leicht zu erkennen giebt, daß der Verfasser sich wenigbekümmert, so vernünftig und klug dareinzugehen, als derSroffzu erfodern scheint. Da behauptet er mit einer son-derbaren Kühnheit, daß uns die Vernunft von der Naturder Seele nichts entdecke; daß man nichts davon wissen kön,ne, als was uns der Glauben davon berichtet: welches nachseiner schönen Denkenöart so viel sagen will, als, daß mandurchaus nichts davon wissen könne.
Es ist ganz leicht zu zeigen, daß uns die Vernunft überdiesen wichtigen Punkt nicht in so tiefen Finsternissen steckenläßt, als man es zu behaupten waget; und daß nichts ver,achtenswürdiger ist, als jene ungereimten Sprüche und jeneverstellten Zweifel, die man vorzubringen sich ge trauet. Wirwollen erstlich die Wahrheit bestätigen; nachmals werdenH. Band, Er wir