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2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
429
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Schöpfung. 429

gelebet haben? Diese angemaßte Gelehrsamkeit kann wohleinbildrische und leichtsinnige Stußerchen himergehm: aberwie soll sie von vernünftigen und belehrten Männern ange,sehen werden?

Wo haben Sie erfahren , wie die chinesischen Kaiser,die älter als Moses sind, angekleidet waren ? Zeigen Sie dieSchriftsteller, die Zeit, u. s. w. Verlangen Sie, daß IhrAnsehen genügen soll, damit man auf Ihr Wort Ihnenglaube?

Führen Sie uns eine Stelle vom Pilpay oder Bilpaian. Wie! Sie sind so belesen, und wissen nicht, daß derLokman, von dem die arabischen Schriftsteller reden, keinanderer, als der Aessp aus phrygien ist, und daß er nie«malS in Indien gewöhnet hat ? Sie wissen nicht, daß manbey den Aegyptiern, Arabern , Chaldäern die Schlangenur deßhalben für ein Sinnbild des Lebens nahm , weil dasgleiche Wort in ihrer Sprache das Leben, oder eine Schlan-ge bedeutete?

Endlich finden Sie das Urtheil ungereimt, welches derHerr über die Schlange sprach. Aber Ihre Weisen, IhreAlten sehen darunter nichts, als ein Dsnkzeichen einer Be,gebenheit, welche so rührend, so lehrreich, so tauglich ist,den menschlichen Stolz zu demüthigen und zu Schanden zu

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Nilpay oder Bilpaig OderBidpai/ ein indiamsihcr Bramin, sollvor mehr als zwey tausend Jahren ein Buch geschrieben haben, baSAelilc Wadimne, oder Fabeln des Pilpai heißt, worinnen er durchThiergespräche die sittlichen Tugenden zur Unterweisung eines Regentenvorträgt. Dieses Buch ist unter verschiedenen Aufschriften in die mei-sten bekannten Sprachen überseht worden.

Loknran^j Herbelot schreibt von ihm in seiner morgen!,indischenBibliothek, und schließt ans der Zeitrechnung , daß Lokinan, ob ergleich viele Aehnlichkeit mit Aesöpen, seinem Landsmaime hat, dennochmit ihm nicht eine Person seyn könne.