Schöpfung. 4lz
Werk der Schöpfung vollbringt; er unterrichtet den Men,schen von seiner ganz göttlichen Abkunft; er zieht ihm dievortrefflichsten und tauglichsten Lehren, um sein Herz mitDankbarkeit und Liebe gegen seinen Schöpfer zu erfüllen.Hier herrschet nicht mehr die Sprache der unbeschränkten Ge,malt, die dem Nichts gebeut, sondern die Sprache der Sanft,muth , der Gefälligkeit und Liebe. Ein Gort allein redet,und saget: Laßt uns den Menschen erschaffen ! als wennmehrere Personen miteinander redeten, wodurch er schon jenesanberhenSGÜrdige Geheimnis andeulet, welchrs, erst viertausend Jahre danach, durch die menschgewordene Wcish ir,deutlich erkläret werden sollte. Gott saget: Laßt uns denMenschen nach unserm Ebenbilde, und uns ähnlich er,schaffen! Er soll über die Fische des Meeres, über dieVögel der Luft, über die Thiere, über die ganze Erde,und über alle krischende Thiere gebiethrn, die sich unterdem Himmel bewegen. Er gestaltet ihn aus zweyen We,sen: er giebr ihm einen Leib, der aus Leimen von der Er,de gebildet ist: er bläst ihm einen Hauch des Lebens ein;das ist, er schöpfet und giebt ihm eine Seele, welche ummittelbar von Gotte selbsten kömmt, und die Geistigkeitvon einer ganz andern Abkunft ist, als der Leib der Seele,und das Leben der übrigen belebten Geschöpft. Denn derAusdruck: Hauch des Lebens, wird nur bey dem Memschen allein gebrauchet.
Unterdessen, da unter allen Geschöpfen keines Gestattungmit einer geistigen und unsterblichen Seele begabet des Weibes,war, gab es keines darunter, welches Adam ähnlich gewe,sen wäre. Gott schickte ihm dann einen tiefen Schla f. Wäh»rendes Schlafes nahm er eine Rippe von diesem ersten Man,
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