Z8o Sülomon.
Die Weiberliebe veränderte seine Weisheit in Thorheit -sie löschte alle seine Beleuchtungen aus ; sie verderbte seinHerz. Von derselben Zeit an, kannte seine Leidenschaft wederSchranken, noch Anstand mehr. Seine Paläste wurdenmir Weibern angefüllet, die größesten Theils abgöttisch wa,reu; sieben hundert nannte man Königinnen ; drey hrwdertandere wurden nur Beyschläftrinnen geheißen : seine Blind-heit gieng soweit, daß erden lächerlichen Gottheiten, diesie anberheten, Tempel auftia-cen ließ, und Rauchwerkropferte. Uncrachret seiner uuermessenen Retchrhümer, be-schwerte er seine Umerthanen mir Auflagen: seine Härcigkeitgab zu Empörungen Anlaß. Er war die Liebe seines Vol-kes , als er den Thron bestieg; zwanzig Jahre lang machteer ihre Bewunderung, ihre Seligkeit aus; durch seine übri-ge Regierung wurde er ihre Plage, und starb, als er sechs-zig Jahr alt war, ohne viel berrauret zu werden. Wir ha-ben von den Schriften Salomons nichts weiter übrig, alsdas Buch der Sprüchwörter, den Prediger, das hohe Lied,und das Buch der Weisheit; und die Hebräer und Christenhaben allezeit alle diese Werke in die Reihe der göttlichen Bü,cher gesehet.
Wenn wir den Herrn Philosophen glauben, so ist alles,was uns die Schrift von der Herrlichkeit, dem Reichihume,und der Ehre Salomons saget, nur eine Sammlung fabel-hafter und ungereimter Dinge, wovon die Vernunft dieFalschheit und Unmöglichkeit entdecket. Die Werke, diemit Salomons Namen bezeichnet sind, sagen sie, hat manfür gut gehalten , weil man geglaubet hat, daß sie voneinem Röntge wären, und weil dieser Rönig für denweisesten aller Menschen gegolten hat. Aber sie sino eitel
Sammlungen niederträchtiger und pöbelhafter Grundsä-tze,