?66 Religion.
einer andern Religion etwas so Erhabenes, so Reines, so
Weises zu zeigen, als wir vorgeflellet haben.
Man verlanget, um von den Religionen zu urrheileneinen vernünftigen Menschen, der von den Vorurcheilender Erziehung frey ist. Aber Sie, du Marsais! sindSi« wohl von allem Vorurcheile, und besonders von allemVorurcheile der Hoffart, des Unglaubens, der Ruchlosigkeit,wo nicht im Herzen, zum wenigsten im Verstände, frey?Sie wollen zu verstehen geben, daß nur der Mangel der Be-urtheilung, und die Knechtschaft des Vorurcheile, der Religi-on der Christen den Vorzug einräumen. Aber haben dieVorurcheile der Erziehung , und der Mangel der Beurchei,lung so viele große Männer dazu bewogen, welche dem Hcy-denlhume, worinnen sie gebohren wirren, entsagten, um dieReligion Jesu Christi anzunehmen ? Hat dieses vor ZeitenJustinen, pionius, Athenagoras, Clemens von Alexan-drien, Lcrtullianen, Cyprianen, Arnobius, MmutiusFelix bewogen. Laß sie alle vom Götzendienste zur Religio»der Christen Hinübergiengen? Erröthen Sie, du Marsats!crrörhcn Sie über die Ungereimtheiten, welche Sie aus Hastft gegen Ihre eigene Religion auf die Bahne bringen.
VI.
*Laßt uns für immer einer knechtlichen Ehrfurchtentsagen, welche uns jene Sammlung lächerlicher per-murhungen anbethen hieße. Laßt uns die christlicheReligion aus eben demselben Gesichtspunkte betrachten,wie wir so viele andere Trügereyen ansehen, dre nurfür den schwachsinnigen Pöbel erträglich sind, .lvirrnüssen auf eine erhabnere Weise denken.
' .Zerglikd. -er christ. Ae!i§.