Religion. ;s7
Nachdem wir alle diese falschen Begriffe ausgemusterthaben, welche die ruchlosen, oder gottesvergessenen, oderunruhigen Leute von der christlichen Religion in den Schwangzu bringen sich bemühen; wollen wir einen Begriff davonbestimmen, welcher wahrhaft, einfach, deutlich, Jeder,wanne begreiflich seyn, und die Glaubens - und die Sitten,lehre zugleich enthalten soll; einen Begriff, den Niemand mitVernunft anstreiten kann. Was die Glaubenslehre betrifft,ist alles in dem Glaubensbekenntnisse der Apostel wesentlichenthalten; und das, was man die Gebothe Gottes nennteschließt die ganze Sittenlehre ein.
Das Glaubensbekenntniß der Apostel zeiget uns, zumGegenstände unsers Glaubens, das Daseyn eines Gottesin dreyen Personen, des Vaters, des Sohns, und desheiligen Geistes; den Vater als Schöpfer des Himmels undder Erde; den Sohn, der für uns im Schooße der JungfrauMensch geworden; der für das Heil des menschlichen Ge»schlechtes gekreuziget worden, dcey Tage danach auferstanden,in den Himmel aufgefahren ist, und zur Rechten des Vaterssitzt, von dannen ec am Ende der Welt kommen wird, alleMenschen zu richten, und ihr Schicksal in der Ewigkeit zuentscheiden; dann den heiligen Geist, die dritte Person deranbechenswürdigen Dreyeinigkeit; endlich die heilige Kirchewelche durch die Verdienste Jesu Christi gepflanzet ist ; dieGemeinschaft aller Gläubigem in einem Glauben, einer Hoff-nung, einein Beweggründe der Liebe; die Nachlassung derSünden durch das Blut des Erlösers; die zukünftige Aufec-' ftchnng, und das Leben der glückseligen Ewigkeit.
Die Gebothe Gottes sind zehn an der Zahl. Die dreyersten schreiben uns die Anbethung und Liebe Gottes, dieEhrfurcht gegen seinen heiligen Namen, und die Pflichten
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