Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
352
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tzsr Religion,

nehme, was ein wahrer Weiser zu sich ftlbsten sage» ^würde. ^

Unser Geschlecht ist vernünftig und frey: es müssen dannVernunft und Freyheit in der Uebung des Gottesdienst-,der sich für unser Geschlecht schicket, beysammen stehen!

Als vernünftige Geschöpfe schienen wir uns der Vernunft, ^um die Wahrheit zu erforschen. Als freye Geschöpfe, Mbrauchen wir unsere Freyheit, um einen Entschluß zu fassen,und zu wählen. Ein Mensch Hat zwey Augen und einen -O

Mund; ein Hund hat eben dieses. Soll man sagen, ein !>««>»'

Hund, mit seinen zweyen Augen und seinem Maule, ver, I iliHehre Gott eben so gut, als ihn ein Mensch, durch den gu<ten Gebrauch seiner Vernunft und seiner Freyheit, ehret?

O Bolmgbroke! ist es möglich, daß Sie so hochmüthigseyn, und zugleich so verächtliche Schlüsse machen? ^

X.

Die großen Apostel der natürlichen Religion sprechen vonihr mit vielem Eifer. Aber keiner giebt von ihr dir Bestim«mung an; keiner trägt ihr Gesetzbuch vor. Das Hauptdieser unvergleichlichen Apostel, Voltaire, erkläret sich nichtbesser, als die übrigen. Er saget uns zwar in seinen ver,mischten Schriften *: Der Deismus ist die Religion de«gesunden Verstandes; in seinem Gedichte von der natürli-chen Religion: Man sey gerecht; genug ! sonst kann mannichts begehren; bey Bolingbroken: Man muß Gottanbethen, und ein ehrlicher Mann seyn ; u. s. w. Aber erwird sich wohl hüten, mir Cicero ** zu sagen, daß das na-türliche Gesetz ein Licht sey, welches Gott den Seelen ver-leiht, um ihnen ein Mittel zu geben, die Grundwahrheiten

zu

* ri. Rap.»

" * von den Gesetz, r. B»