844 Religion.
r.ern der Religion redet: und nachmals will er« daß man
alles dulden solle!
Endlich verlanget er, daß der Landsherr, als unbe.schränkter Gebierher, alles entscheide, was die Stttenlehr«und die Religion betrifft. Ein Freydenker aus dem altenVom führte vor Zeiten gegen einen Weisen die gleiche Spra-che, wie der philosophische Kriegsmann; und her Weise gabihm folgende Antwort»
„ Du willst, man solle sich im ganzen Umfange der„ Reiches, wegen der so heiliger, Pflichten der Religion,„ auf unsere Kaiser verlassen: aber wird man ihnen allen„ ohn Unterschied gehorchen müsse!,? Wird man sich zu den„ Verordnungen eines Tollkopfes, wie Caligula, eines„ Scheusals, wie Nero, eines Geizhalses, wie Vespa-„ sinn, eines Trunkenbolds, wie Trajsn, eines Natur,„ schänders, wie Adrian, eines Abergläublcrs, wie„ Mark Llurel, eines Thoren, wie Heliogabalus, ei,„ nes Blödsinnigen, wie Gallian, eines Barbars, wie«, Maximin, bequemen müssen? Haben die PflichtendesGewissens, und die Pflichten gegen die Götter keine er,„ habnere Quelle, als das Ansehen der Kaiser ist ?
«, Hieße es nicht die Religion vernichten, wenn man sie«, dem unbeschränkten Willen vonMenschen überlassen wollte,„ derer Absichten, Vortheile, Denkensarken so verschieden
„ sind, und beständig sich verändern? Denn die Kaiser sind
„ endlich Mensche», wie andere; sie sind dem nämlichen,, Eigensinne, den nämlichen Leidenschaften, dennämlichen„ Jrrkhüniccn unterworfen, wie andere Leute; und man,„ chesmal noch mehr, als andere Leute, wegen der Men-„ ge eigemiützlicher Schmauchler, womit sie umrungen sind.