34» Religion.
Er muß jedem erlauben zu denken, wie er will, dafernman nur auf eine Weise zu Werke geht, welche der Ge,sellschaftvortheilhast, und Niemanden schädlich ist: u.s.>».
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Wir wollen etliche Augenblicke daran wenden, die tiefenGedanken dieses neuen Gesetzgebers des menschlichen Ge,schlecht« zu untersuchen.
Er verlanget erstlich eine Sittenlehre, die in ihrenGrundsätzen philosophisch und unveränderlich seyn soll. Dießwird sehr hart zu finden seyn. Denn nirgends bemerket manso viele Veränderung, Gegensätze, Unterschied, Wider,spräche, als in den philosophischen Meynungen. Man brin-ge alle Philosophen zusammen: so wird man sie in keinemPunkte einig finden, als daß fie alle wider die geoffenbarteReligion, die einzige wahre Religion, einstimmig heulen.In allen übrigen Dingen wird man gewahr werden, wiees Rousseau so gut auedrücket, ^ daß sie sich einanderVerspotten ; daß ein jeder nur seine Stimme für sich hat;daß keiner was beweist; daß alle hochmüthig, entschei-dend , voll Lehr prüche sind, und nichts als die unver-ständlichen Systeme, die sie in ihrer Einbildung gezim-mert haben, auf die Bahne bringen.
Wie kann ihre Sittenlehre kernhaft und zugleich philo«sophisch seyn? Da die Philosophen, saget eben derselbeSchriftsteller wieder, mit ihren trostlosen Lehren, allesUmstürzen, vertilgen, unter die Füße treten, was dieMenschen noch in Ehren halten, rauben sie den Betrüb-ten ihren letzten Trost im Elende; den Mächtigen undReichsten die einzige Bezähmung ihrer Leidenschaften: siereißen die Gewissensbisse des Lastersdie Hoffnungen
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* Emil. Band. 2;. Seit.