Religion. zzs
Erster Schlußgrund. Mann kann die Wahrheit nichtwahrnehmen, ohne daß man sie erkenne; und man kann sienicht erkennen, ohne daß sie zum Beyfalle zwinge. KeinSystem des Unglaubens zwingt zum Beyfalle: folglich istkein System des Unglaubens eine empfindsame und äugen«scheinliche Wahrheit.
Zweyter Schlußgrund. Alles, was auf Treue undGlauben und mit Aufrichtigkeit bestätiget wird, ist falsch,oder dunkel, oder ungewiß. Alle Systeme des Unglaubenswerden aufrichtig und auf Treue und Glauben bestätiget:folglich sind alle Systeme des Unglaubens falsch, dunkel,oder ungewiß.
Der Vordersaß dieser beyden Schlußreden ist mit denVordersähen des philosophischen Kriegömalmes gleich. DerMittersatz eben dieser beyden Schlußreden wirs von allenVölkern und von der ganzen Welt mit Beyfalle aufgenom«nien werden. Wie will dieser große Metaphysiker mit denzweenen Schlußsätzen zu Rechte kommen?
Aber um seiner Metaphysik ein Bißchen zu schaffen zugeben, und uns zu belustigen, wollen wir ihm unserseitsauch zween andere Schlußgründe vorlegen; und wir ladenden ganzen philosophischen Schwarm ein , eine Antwortdarauf zu geben.
Erster Schlußgrund. Was von allen Völkern und vonallen Menschen, die immer wegen ihrer Einsicht, oder ihrerSitten ehrwürdig sind, mit Abscheue betrachtet wird, sollals falsch, häßlich, und abscheulich verworfen werden.Run , alle Systeme des Unglaubens werden von allen Völ-kern und von allen Menschen, die immer wegen ihrer Ein«sicht oder ihrer Sitten ehrwürdig sind, mit Abscheus be,
trachtet.