Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
333
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Religion. zzz

daß Oberkeiten sich nicht darein mengen dörfen, was immerwider eine Sache, woran der ganzen Gesellschaft gelegen ist,gechan, gesaget, geschrieben werde?

Ist es eben so augenscheinlich, daß alles, was den Dienst,die Pflichten, die Ehrbezeugungen gegen die Gottheit betrifft,für die Gesellschaft durchaus gleichgültig sey? Ist es Aus«schweifung, ist es Gottlosigkeit, was in den Vorträgen die-ses philosophischen Kriegsmanns zum meisten herrschet?

Endlich, wenn ein jeder frey ist, was die Religionbetrifft, so folget daraus, daß die pariser Matzometaner,Juden, Götzendiener, Anbelher des Pagode, Deistm,Atheisten werden dürften, ohne daß der Fürst oder die Ober«keilen etwas dawider zu sagen hätten: und dieß ist eben derGedanken des Philosophen. Denn es ist gewiß, saget er,daß eine jede Privatperson frey ist, was die Religionbetrifft, und daß der Fürst, dieOberkeit, die Republikkein Recht haben, in diesem Stücke zu befehlen.

Wir gestehen zwar, daß ein jeder frey sey, was die Re-ligion betrifft, wie man frey ist, was die Sittenlehre, dasLaster und die Tugend, ehrliche oder unehrliche Handlungenbetrifft. Es steht einem jeden frey, ein Lügner, ein Meyn,ridiger, ein Betrüger, ein Gotteslästerer zu ftyn, u. j. w.Aber wir sagen dennoch nicht, daß all dieses gleichgültig sey.

Wir wollen noch ein Work beysetzen. Ein jeder ist frey,was die Religion betrifft, weil uns Gott durch seine Barm-herzigkeit emlädt und zu sich ruft, uud weil es in unsrerWillkühr sieht, seiner Stimme zu folgen, oder nicht zu fol-gen ; weil alle Pflichten der Religion mit freyem Willen er,füllet werden müssen; weil die Religion aus Ueberzeugung,Md nicht mit Gewalt und aus Zwange angenommen werden

so«.