Religion. 329
Wir haben die NochwenLiakert einer Religion, dis Umgmüglichkeit der natürlichen Religion, und den unendlichenVorzug der christlichen Religion vor allen übrigen Religio«neu bewiesen. Laßt uns ißs sehen, was uns die Philoso«phen über diese verschiedenen Punkte einwenden.
Fünfter Artikel.
Einwürfe der Philosophen wider die Nothwendigkeiteiner Religion.
I.
Man wiederholet auf eine gezwungene Weise jenenSpruch: krimus in orbe Deos lecit timor. Furchtund Sckrecken hat auf den Einfall gebracht, daß es Göt-ter gebe. Dieses hat zu Abhandlungen etlicher Träumerden Stoff hergeborget, welche erklären wollten, wie die Furchtjene Görrer erzeugt habe, die das Heydenthum so lächerlichangenommen, und noch tölpischer angebethet hat. Aber, oh«ne daß wir uns aufhalten, auf dergleichen Träumereyen zuantworten, werden wir die vorgebliche Schwierigkeit, dieman uns aufwirft, bald weggeräumet haben.
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Wir werden sagen: Wenn die Furcht auf den Einfallgebrachtem, daß es Götter gebe; so sind dann Zeiten gewe«sen, wo die Menschen keine Gottheit, kein höchstes Wesenerkannt, und davon keinen Begriff gehabt haben. Es sol-len uns also Liese gelehrten Träumer jene Zeiten genau bestim«men: sie sollen uns ansehnliche Schriftsteller anziehen, wel«ch? gesaget und bewiesen haben , daß der Begriff von derGottheit, der vormals durchaus unbekannt war, zu dieseroder jener Zeit, in diesem oder jenem Lande, unter diesem
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