Religion. 327
gen nicht zu entdecken vermöchte, oder da sie uns Pflichtenauflegre , welche wir nicht anders, als durch eine ftmderba,re Offenbarung erkennen könnten; würde uns nicht die Ver-nunft wieder einsprechen, daß wir schuldig seyn, mit Ehrer,
! -ierhung alles anzunehmen, was Gott sich würdiget, unsdurch dieses Mittel zu entdecken und kund zu machen ?l Es folget daraus, daß es dem Menschen niemals freysteht, sichselbsten eine Religion zu schaffen, Weiler immerverpflichtet ist, sich an die natürliche Religion oder an diegeoffenbarte Religion zu halten, wie man es hier erkläret hat.Also waren zu den ersten Zeiten der Welt alle Menschenverbunden, der natürlichen Religion nachzukommen, wel,che, wie Cicero saget, nichts anders ist, als die vollkom,mensie Vernunft: * I.ex elt summa ratio. Also warendie Hebräer, da sie der natürlichen Religion immer folgeren,verbunden, ihr alles beyzuseßen, was ihnen im Namen Got,tee vom Moses gebothen war: aber dieß gieng nur dieses ein,zige Volk an. Also find, seit Jesu Christo, alle Menschenverbunden, die höchst vollkommene Religion anzunehmen,die er auf Erden zu verkündigen gekommen ist, sobald sievon dieser letzten Offenbarung die Erkenntniß haben.
Dritte Fotzerung.
Es ist eine grobe Ungereimtheit, mit Rousseauen undandern neuartigen Philosophen zu sagen, daß alleReligionen gut seyn, und daß man in jederReligion selig werden könne.
Es wäre ungereimt zu sagen, daß die Menschen nichtverbunden wären, einer Religion Folge zu leisten, die Gott
selbsten
* von den Gesetz, i. 2 .
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