Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
307
Einzelbild herunterladen
 

Religion. > Z07

die Heiligkeit, Weisheit, Vorsehung, Gerechtigkeit Gotteszu erkennen geben, leiten sie uns nothwendig darauf, daßwir Belohnungen und Strafen in einem zukünftigen Lebenzulaffen. Denn man kann nicht vernmthrn, daß ein unend,lich weises und unendlich gerechtes Wesen, die Beobachtungder Ordnung und die Zerstörung der Ordnung, die Tugendund das Laster, die Silken ehrbarer Personen und den Wan,del der Ruchlosen, die Grausamkeit und die Menschenliebe,die Redlichkeit und die Untreue, mit einem gleichgültigen Au,ge betrachte. Eine solche Gottheit wäre ein Hirngespinnst.Man mnß dann in Gotte Heiligkeit, Weisheit, Vorfthuna,Gerechtigkeit, und folglich Strafen und Belohnungen fürein zukünftiges Leben zulassen.

Aber rvorinnen werden diese Belohnungen oder Srraftnbestehen? Die natürliche Religion saget uns nichts davon;die Philosophie hat von diesem Gegenstände beynahe nichtsals Ungereimtheiten oder Gottlosigkeiten ansgestreuet; unddie Kabeln des Heydenthumes, welche man für die Trümmereiner ursprünglichen, aber verunstalteten Offenbarung anse-henkann, sind lehrreicher und vernünftiger, als alles, wasdie größesten Vernünftler umer den Philosophen aufdie Bah»ne gebracht haben.

Man trifft wahrhaft erhabene und unendlich fürchterlicheSachen in den Erzählungen jener Fabeln an; und man sichtnichts als Ungewißheit, Unbestand , willkührliche Einfällebey den Philosophen, welche nach dem, was die natürlicheReligion und das Naturgesetz sie erstlich gelehret harre, neueLehren aufbringen wollten. Was ist unterdessen wichtigerfür den Menschen, als zu wissen, was er von Gotte zu er,warten, zu hoffen, oder zu fürchten habe ? Es liegt daunvor Augen, daß uns dis natürliche Religion und das Natur«

U L gesetz