ZQ§ Religion.
Wahrheiten vorkragen, die über unfern schwachen Begriff er-haben sind, und die wir allein auf das Ansehen seines Wor-tes glauben sollen? Wahrheiten, derer Erkenmniß für urswichtig und vortheilhast ist, obschon wir sie nicht begreifenkönnen ? Wahrheiten aus der Geschichte, welche die Ver-nunft niemals hätte entdecken können, und durch welche unsGott noch größer, anbethenswerther, liebenswürdiger schei-nen wird, als durch alles, was uns die natürlichen Einsich,ten andeuten möchten?
Würden uns in diesem Falle das Naturgesetz und die na.türliche Religion von ihrer Ungenüglichkeit nicht selbst unter,richten? würden sie uns nicht ermahnen, weiter zu gehen,und zum Lichte der Offenbarung zu schreiten ? würden sie unsnicht sogar eine Pflicht auflegen, daß wir uns bestreben sollen,jene Dienstleistungen zu erkennen, welche die Gottheit zu ihrerEhre von uns fodern muß , und welche wir aus Pflicht undau« Nutzen ihr zu erweisen haben ? und würden wir nichtder Vorschrift des Naturgesetzes und der natürlichen Religionwiderstreben, wenn wir uns mit jenen ersten Pflichten undDienstleistungen genügen wollten, wovon wir im Anfängegesprochen haben ?
Weil Mn die Christen so deutlich, daß man niemals et-was darauf erwiedert hat, und unmöglich etwas erwiedernkann, an den Tag legen, Gott habe den Menschen derglei-chen erhabene, unbegreifliche Wahrheiten vorgetragen, welchedie Unterwerfung unsers Verstandes durch den Glauben fo-dern: weil die Christen, sageich, dieses unumstößlich an denTag legen, ist nicht die Ungenüglichkeit der natürlichen Re-ligion eben dadurch erwiesen ?
z. Was wir von Gotte zu hoffen,odcr zu fürchten ha-ben. Da die natürliche Religion und das Naturgesetz uns
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