Religion. 299
'il» mn Gliedern besteht, derer Verrichtungen verschieden ftyn^! müssen, da einige zu gebrechen und zu ordnen; andere zu ge,«tz horchen und zu handeln haben, damit alle zusammen zum all-gemeinen Besten mithelfen. Es muß dann in der Gesell-ig schast Gesetze, Obergewalt, Abhängigkeit, Unterordnung4 k geben: es muß der persönliche Vorcheil, der allezeit dem all,
«tz gemeinen Nutzen entgegenstrebet, darinnen unbekannt seyn;
tzh außerdem würde weder Gerechtigkeit, noch rechtmäßige Ge-
walt Statt haben: und dieses zerstöret die Gesellschaft. Esmüssen die Leidenschaften, welche weder auf das Recht des^ Nächsten, noch auf die Billigkeit achten, welche alles aufn sich selbst beziehen, und jede Art Mille! anwenden, um ihreAbsichten zu erreichen, wie der Ehrgeiz, die Herrschsucht, die^ Gelbbegierde, eingehakten und unterdrücket werden.
itz Allein, es ist unmöglich, daß alles dieses unter den Men,gii> scheu Statt haben möge, wenn sie keine Religion haben,
ch Denn der Mensch, der ohne Religion lebet, wird keinen
andern Beweggrund, kein anderes Triebrad seines Wandelsso erkennen, als seine eigene Glückseligkeit, seinen Wohlstand,
vid seinen persönlichen Nutzen. Nichts, als die Furcht einer
^ überlegnem Macht, kann ihn aufhalten, abwenden, oder
gii hindern, alle Mittel zu ergreifen, die fähig sind, ihn zu sei-
dü, »ein Endzwecks zu leiten. Er wird alles auf sich selber be,
,zl ziehen: seine Leidenschaften sind von ihm selber nicht un-
^ lerschieden; er wird dann alles ans die Befriedigung seiner
Leidenschaften beziehen.
^ Die Gesetze werden bey ihm keinen Eindruck wirken:^ weil er keine Religion hat, werden sie für ihn kein Ansehen
^ haben. Er mag sie wohl zuweilen fürchten; aber er wird
^ sie allezeit übertreten, sobald er es ungestraft thun kann, weil
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