Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
289
Einzelbild herunterladen
 

is«

s

U

kll-

r«!

Ak

Religion. 289

rkcn, daß man sich dießfalls an die pur natürliche Reli-gion halten könnte?

Die Vernunft allein entdecket uns, daß wir der Gott-heit die reinsten, und für sie würdigsten, Dienstleistungen.schuldig sind. Man kanu sich in diesem Stücke nicht kräftigerausdrücken, als Cicero in seinem zweyren Buche der Ge,setze khut.

Sie entdecket uns gleicher Weise alle unsre Pflichten ge^gen unsers Gleichen, und alleS, was wir uns selbsten schul-dig sind.

Sie saget uns endlich: wenn das höchste Wesen uns sei.nen Willen offenbarte, und zu seinem Gottesdienste und zuunfern Pflichten etwas mehr federte, als was wir aus unsselbsten zu erkennen und zu entdecken vermöchten; so wärenwir eben sowohl verbunden, uns danach zu richten, uns zuunterwerfen, und zu gehorchen. Also könnte die natürlicheReligion nur in dem Falle erklecklich seyn, wo es bewiesenwäre, daß Gott nichts weiter von uns fodett, als wasuns die natürliche Religion verschreibt , und wo es zugleichbewiesen wäre, daß sie uns in allem, woran uns gelegen ist,daß wir es erkennen, genügsam unterrichtet.

Vierte Frage.

Ist man verbunden, sich in der Religion zu belehren ?

Man antwortet auf diese Frage nicht unmittelbar; son-dern wir gebe», hier, anstatt aller Antwort, etliche andereFragen auf.

Ist der Willen des höchsten Wesens ehrwürdig genug,daß der Mensch genau verbunden seyn solle, sich davon zubelehren?

Sind die Wahrheiten, Verheißungen, Dränungen, Be-lohnungen, Strafen, die in der Religion vvrgetrageu wer-

u. Land. T den.