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2 (1777) M - Z
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Seite
275
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Evangelische Räche. 27s

gänzlichen Beraubung aller Dinge. Dieß ist der erste ausden evangelischen Rächen.

Als die Jünger eben desselben Erlösers über alles, waser ihnen von den Verbindlichkeiten, die der Ehestand mit sichbringt, vorgerragen hatte, erstaunet waren, sprachen sie zuihm: * U)eil es sich also verhält, so ist cs nicht gut für-en Menschen, daß er sich verehliche. Darauf gab er ih,ne» zur Antwort: Alle Menschen fühlen den Werth vonder Lugend der Reuschheit nicht; sondern nur jene, wel,«he die Gnade dazu empfangen haben. Ls giebr Verschnit-tene , die es von Geburt aus sind; es giebt andere, dieman mir Gewalt dazu gewachst hat; es giebt welche,die sich selbst verschnitten haben, um das Reich der Him»mel sicherer zu erlangen, wer diesem Grundsätze folgenkann, der soll ihm folgen. Dieß ist der zweyte evangeli-sche Nach, die Tugend zu wählen, welche der natürlichstenuns stärkestcn Leidenschaft enkgegengesehet ist. Aber dieseTugend ist nicht für alle Menschen.

Um würdige Kinder Gottes zu werden, müssen wir dieWohlthätigkeit, die Großmurh, die Geduld auf das Höchstebringen. Deßhalben hat Jesus Christus zu seinen Jüngerngesaget: ** Ich will nicht, daß ihr den Bösen jemals ei-nen widerstand thun sollet: sondern wenn euch Jemandauf einen Backen schlägt, so reichet ihm auch den anderndar. *** wenn man mit euch einen Streit an fangenwill, um euern Rock zu haben, so gebet auch euernMantel hin. wenn euch Jemand verbindet, tausendSchritte wett ihn zu begleiten; so gehet noch zwey tau-fend Schritte mit ihm. Liebet eure Feinde; erweiset ih-nen

* Matth. XIX. ** Ebmd. V. Luk. Vl.

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