Der Prediger. 271
Im ersten Falle redet er aus Mitleids; im zweyken ausUnwillen. Die Vernunft und die Empfindung geben einemjeden ans uns die gleichen Gedanken ein.
II.
Ls bleibt immerhin wunderlich, daß man dieses gott-lose Werk unter die kanonischen Bücher eingeweihet hat.Wenn man den Ranon der Bibel heut zu Tage bestim»men müßte, so würde man den Prediger gewiß nichtdarein setzen. Aber er ist zu einer Zeit darunter gekom-men, wo die Bücher ganz seltsam waren, und mehr de,wundert, als gelesen wurden.
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Es wäre wohl eine drolligte Sache, wenn inan einemManne, wie unser Gegner ist, den Auftrag gäbe, den Ka-non der Bibel zu bestimmen. Er mustert sogleich die fünfBücker Moses aus; er verachtet das Buch der Spruch,Wörter ; er spottet der Weissagung Ezechiels ; er machetaus dem Evangelium nicht viel Wesens. Bey einemMan,ne, wie er ist, würde uns von der ganzen Bibel bald we,mg übrig bleiben.
Aber wie getrauet er sich zu sagen, daß, zur Zeit desVerfassers vom Prediger, die Bücher ganz seltsam gewesen,und mehr bewundert als gelesen worden seyn, da er doch selbstbekennt, er wisse nicht, zu welcher Zeit dieser Schriftstellergelebet habe ? Wie möchte er beweisen, daß sie ganz seltsamwaren, da der Prediger selbstm saget, man höre nicht auf,Bücherzuschreiben? ^ ksciencli plures 1ibrü8 ruü1u8 eltfirm. Wir erwarten von ihm eine Antwort auf diese zwoFragen.
IN.
'pred. XII.