Ordensgeistliche. 217
fähig sind, sich zu verrheidigen. Ihre Schwachheit machetdie Stärke ihrer F inde aus: und diese tragen nur deßhalbenden Sieg davon, weil sie Männer ohne Wehre und ohneHülfe ungestraft beschimpfen dorftn.
Die zweyte Ursache der Verachtung, die man gegen dieOrdensgeistlichen trägt, entspringt aus gewissen Vorurthei,len, welche sowohl von der Vernunft, als von der Reli,gion verdammet werden, und welche nichts destowenigcr bey,nahe allgemein sind. Es scheint, daß der Stand der Orrdensgcistlichen der allerverächrlichste Stand auf der Weltsey, und daß auch die Christen von jedem Range und vonjedem Stande zur Bestätigung jenes Ausspruches von demVölkerlehrer beyhelftn wollen: * wer immer nach dem Gei-ste der Frömmigkeit leben will, den die Grundsätze JesuChristi einflößen, der wird Verfolgung leiden müssen.Man sieht einen Menschen, der diesen Stand angetreken hat,nicht mehr für würdig an, eine Hochachtung, eine Ehre,eine Belohnung zu erhalten, wenn er immer so große Fä,higkeiten besäße, und immer so große Dienste leistete. Manglaubet ihm nichts mehr schuldig zu styn, wenn man saget:Er ist ein Mönch; er ist nur ein Mönch.
Wenn man aber selbst von jenen, die also denken undreden, nach ihren Talenten, nach ihren Tugenden, nach demNutzen, den sie der Gesellschaft bringen, schließen wollte,würde man wohl sagen können, sie seyn besser, als einMönch; sie styn so gut, als viele Mönche? Dieser Tonder Verachtung ist also sehr unbillig: und oft würden sichjene, die ihn annehmen, sehr verfänglich machen, wenn
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