216 Ordensgeistliche.
Sechste Frage.
Woher kömmt jene so allgemeine Verachtung, dieman heut zu Tage gegen die Ordens-geistliche» trägt?
kann davon mehrere Ursachen angeben, die wir mit^ wenigen Worten berühren wollen. Die erste und ablervornrhmste ist jener philosophische Geist, welcher hem zuTage einen Theil des Weltkreises vergiftet. Dieser philoso-phische Geist ist der geschworene Feind der Religion. Alles,was immer in der Religion einen Veystand oder Ruhen schaf-fen kann, wirb also nothwendiger Weise Leuten verhasst!,die mit dem philosophischen Geiste behaftet sind. Allein vieleOrdenögeistliche dienen der Gesellschaft in Religionssachen; esgiebt welche unter ihnen, die sehr gelehrt und erbaulich sind,und die den Fortgang des philosophischen Geistes verhindern.Dir sogenannten Philosophen, welche heut zu Tage in sehrgroßer Anzahl sind, suchen sich dafür zu rächen, und gebensich alle Mühe, um ihre Widersacher in die Verachtung zubringen. Sie glauben sie vernichtet zu haben, wenn sie die-selben durch den Namen: Mönche, auszeichnen. Und die-ser Name, welcher nichts anders, als einen Einsiedler,oder einen Mann, der sich der Welt entzogen hat, be-deutet , wird ein Schimpfwort nach dem Smne derjenigen,die nur wenig, oder ganz keine Religion haben. Was sieaus Bosheit sagen, wiederhaüm nachmals tausend Stim-men aus Blödsinne.
Die Ordensgeistlichen dagegen haben weder die Gewalt,noch die Mittel, wider boshafte Schriftsteller, wider ver-messene Stutzer, wider offenbare Freydenker, wider Leutevoll Vomrtheile, die zu untersuchen und zu urrheilen nicht
fähig
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