2io Ordensgeistliche.
einer ruhigen Zufriedenheit leben; und ihr Haus befindt sichbesser im Stande, den übrigen Kindern eine Versorgung zuschaffen.
Aber man hätte lieber, daß ein Kind, welches sich demgeistlichen Stande widmen will, ein Kanoniker oder einPfarrer werden möchte. Man sähe in dieser Versorgungeine Hülfe für eine Familie, für Brüder, Schwestern, oderNeffrn. — Nach diesen Absichten müßte der Staat neuePfründen, neue Pfarren stiften. Aber was wird hernachaus allen jenen schönen Vernunftschlüffen von der Last oderErleichterung des Staates werden?
Vierte Frage.
Hat man wühl Recht zu sagen, daß die geistlichenOrden größesten Theils aus misverguügtenLeuten bestehen?
A^»enn es in den geistlichen Orden kein MiSvergnügengä«de, so wäre dieses die sonderbarste Sache, die dermenschliche Verstand immer denken könnte. Der Willender Menschen ist so veränderlich; es giebt so wenige, diesich beständig von dem Lichte der Vernunft und der Weisheitleiten lassen; es giebt so viele, denen die Laune, die Leiden,schäften, eine böse Gemüthsart die billigsten und vernünftig,sten Dinge verkehrt vorstellen, daß ein Stand, wo alle, diesich dazu entschlossen harren, vergnüget wären, sittlicherWeise unmöglich scheint. Vor mehr als siebenzehn hundertJahren harre schon Hora; diese Bemerkung gemacht. Wiekömmt es, schrieb er an den Günstling Augusts: wie kömmtes, erlauchter Möcen! dass man Niemanden antrifft, dermit seinem Stande zufrieden wäre; er möchte ihn nun
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