Offenbarung. 197
Dieser überzeugende Schlußgrund ist nichts, als ein sehrmangelhafter Trugschluß. Denn wir haben die Falsch-heit des Vordersatzes bewiesen. Da nun dieser Sah der Grundist, worauf sich der ganze überzeugende Schluß steurek, sostoßen wir den ganzen Schluß um, wenn wir die Falschheitdieses Satzes zu Tage legen.
2. Der Berrieger bringt in den Mittersaß einen Aus,druck, der in dem Vordersätze nirgends steht, ob er schondarinnen stehen soll; nämlich: für Gott anständig. Alleindieser Ausdruck kömmt mit dem Ausdrucke des Gleichmaaßeskeineswegs Übereins. Denn es kann eine Sache für Gottanständig seyn, ohne daß sie ein Gleichmaaß mit Gotte hat.Das Wunderwerk und die Weissagung sind Zeichen, die fürGott ganz anständig sind; aber sie sind nur endliche Dinge,welche folglich mit der unendlichen Natur Gottes kein Gleich-maaß haben. Dieß ist ein zweyter Fehler, der den Schluß-grund ein Bißchen hinken machet.
IX.
Zweyter überzeugender Scklußgrund. Go«
schlägt allezeit die kürzesten und einfachesten Wege ein.
Menschliche Bücher und Reden sind nicht die einfa»chesten und kürzesten Wege«
Folglich sind Religionen, die auf menschliche Bücherund Reden gegründet sind, nicht durch Wege gekommen,die für Gott anständig sind: sie kommen also nicht vonGotte her.
Die Gerechtigkeit und Weisheit Gottes beweisen mei-nen Vordersatz: ich glaube nicht, daß ein verständigerMensch den Mittersay verneinen könne: Sie mögen zu-sehest, hochwürdiger Herr! ob Sie den Schlußsatz ver-neinen wollen.
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