I
I
A
1
»I
A
«
INt
di«
h
hili
B
A
V
Offenbarlmg. 19»
lV.
Jene, die sich so sehr bestreben, wider ihre Vernunftzu streiten , werden vieleicht bey der Erfahrniß nichtblind bleiben können. Sie dörfen nur auf die Zänke,re^en aller jener Diener des Herrn, jener Ausleger desGesetzes horchen; sie werden hören , wie sich diese«echselsweise ihre Hartsinnigkeit, ihre Unwissenheit,und ihre Unredlichkeit vorwerftn : sie mögen hernachihre Augen eröffnen, so werden sie sehen, was für Uniheil ihre Zänkereyen stiften.
* . *
Man wirst den Lehrern der Religion vor, daß sie miteinander nicht Eines werden. Darauf giebt man zweyer,ley Antworten.
1. Sind die Feinde der Religion viel besser mit einanderEines? Der tollsinniqe Rriegsmann verfluchet easEvan,geliuni; der Deist von Genf fluchet auf jene, welche dieHeiligkeit des Evangeliums nicht erkennen; Helvetius willkeine andere Grundsätze der Sittenlehre, als das physischeVergnügen; panagius zeiget ihm, daß dieser Grundsatzalle Gesellschaft zerstöret; Spinoza will in seinen düsternAusschweifungen keinen Gott haben; Voltaire, der überalles spottet, was immer heilig ist, will keinen Atheistendulden. Sind die Gegensätze und Widersprüche bey denchristlichen Lehrern auch von so großer Stärke!
2. Was die Verschiedenheit der Meynungen bey denchristlichen Schriftstellern betrifft, gehen diese Meynungenentweder den Glauben an, oder sie gehen ihn nicht an. Wennsie den Glauben angehen, so darf allein die Kirche den Aus,spruch thun; und ihre unlenksame Unduldsamkeit in diesemStücke ist der größeste Beweis von ihrer Heiligkeit, und von
der
5