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2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
189
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Offenbarung. 189

Gott ist unendlich weise; er hat die beßten Mittel er-kannt, welche freyen Geschöpft« anständig waren: er ist umendlich gerecht; er hat solche Mittel erwählet, wie sie freyeGeschöpft von seiner Gerechtigkeit erwarten und verlangenkonnten. Diese Freyheit muß man niemals ans dem Ge,sichte lassen, wann man von der Weisheit und GerechtigkeitGottes in Absicht auf die Geschöpft redet. Nun aber, dieKennjkichen der Weisheit und Gerechtigkeit, also betrachtet,befinden sich vollkommen in jenen Mitteln, die Gott gewäh,lel hat, um die Menschen zu unterrichten.

II.

Line unendliche Weisheit kann keine andern, alsuntrügliche Mittel wählen: allein die Vernunft erken,net augenscheinlich, daß ein Buch nicht in JedermannsHände gelangen kann; daß es kann verloren gehen,oder verfälschet werden; daß es alle Völker nicht ver,stehen können; daß ein jeder Mensch nicht lesen kann;daß es Blindgebohrne, Taube, Stumme giebt , dienichts lernen können. So ist dann ein Buch kein allgermeines und kein sicheres Mittel, um zu unterweisen.

Neuer Doppelsinn, der eben so elend, als der vorher«gehende ist! Der betrügliche Sophist vermenget boshafterWeise die Unrrüglichkeit der Mittel, die für fteye Geschö,pft tauglich sind, mit der Nochwendigkeit der Wirkung. DieMittel müssen untrüglich ftyn; das ist: sie müssen fähigftyn, freyen, aber redlichen, lenksamen, und gutgesonnenenGeschöpfen, die Wahrheit zu erweisen. Nun, die göttü.chen Bücher.und die Verkündigung der göttlichen Gesetze siadalso beschaffen. Aber, da die Geschöpft ftey sind, weich.»

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