Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
80
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8o Messias,

auf die Ehrcrbierhung und Dankbarkeit der Menschen eingrößeres Recht haben? Welchem aus beyden sind nach sei,nem Urtheile die Menschen mehr schuldig? Nun, da wirdie Gemüthsart des Helden beschrieben, haben wir nur jenewirklichen Plagen vorgesiellet, die von den Leidenschaften vcr,ursacht, und von einer Einbildung, welche die Vernunft ver,dämmet, hochgeprießen werden: und da wir den Weisenschilderten, haben wir nur erst einen ganz schwachen Begriffvon dem gegeben, was Jesus Christus, arm, dcmürhig',verfolget, zum Besten der Welt gekhan hat. Welche vondiesen zwoen Personen wird man für den Messias anjtändi,ger achten?

§. m.

Der Stand der Armurh und der Nisderkeit, in welchemder wahre Messias, Jesus Christus, erschienen ist, ärgertevormals die Juden, und ist noch heut zu Tage vielen Chri-sten anstößig. Man darf sich darüber nicht wundern: denndie meisten Menschen stimmen weit lieber den Gesinnungenbry, welche der Stolz und die Selbstliebe einflößen, als denBeleuchtungen, welche eine geläuterte Vernunft, und eineWeisheit, dis nur der Tugend anhäugr, an die Hand bie,then. Jesus Christus kannte diese Neigung des menschlichenHerzens wohl: und deßhalben pries er diejenigen selig, diean seinem Stande der Armurh und Demuth keinen An-laß zur Aergerniß nehmen würden. *

Aber ungeachtet dieser Armurh und Niederkeit sieht einachtsamer Mensch an ihm tausend Beweise einer unendlicherhabnem Hoheit bervorscheinen, als alle menschliche Hoher«len sind; einer Hoheit, die er nur von sich sechsten hat, die