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2 (1777) M - Z
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Messias.

§. H.

Laßt uns einerseits ein Vorbild aller Weisen, und ander,seitö den größesten Helden zur Vergleichung aufstellen. Laßt«ns beyde schildern.

Der Weise ist arm; er ist aus einem schlechten Und nie,dem Stande; er hat nichts, was in die Augen fällt, wasdie Begierden der meisten Menschen reizt, und ihrem Ge,schmacke schmäuchelt. Aber er giebt in seiner Person unddurch seine Beyspiele die Lehren der reinesten uns heldenmü,thigsten Tugenden. Man sieht erstlich an ihm eine so wun-derbare und so allgemein bekannte Reinigkeir der Sitten, daßman nicht allein niemals das Geringste daran zu tadeln sinbt,sondern sogar nicht den mindesten Argwahn jemals schöpfenkann. Wohlthätig, zärtlich, mitleidig, liebet er seine Näch,sten, so sehr man sich selbsten lieben kann: er vergißt sch, eropfert sich selber auf, uni ihnen zu dienen, und ihnen Gu,tes zu rhun. Er zeiget eine unveränderliche Sanskmmh ge,gm jene, die ihn verlassen; eine ungläubliche Getuld inden größesten Schmerzen; eine Großmuth im Verzeihen, dieErstaunen machet, und die man über die Natur des Men,schen erhaben glauben sollte. Und bey allen diesen Tugendenhat er niemals auf menschlichen Nutzen eine Absicht; er se-tzet sich niemals einen andern Endzweck vor, als dem höch,sten Wesen zu gefallen, und die Menschen zu erbauen.

Seine Lehre ist nicht weniger» wunderbar als sein Leben.Er trägt die reineste, die wohlthätigste, die nützlichste Sit,tenlehre für eine Gesellschaft vor. Er erkläret, entwickelt,bestätiget sie durch Grundsätze, welche, dafern man ihnengetreulich folgere, alle Menschen durch die liebreicheren undangenehmsten Pflichten vereinigen würden. Er giebt von

der