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2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
77
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Messias. 77

Wenig auf die Beobachtungen merken will, die wir vom«,gen werden.

§. I.

Der Messias, den die Propheten geweissaget hatten,und den die Christen erkennen, ist der Sohn Gottes, einGottmensch, Gott selbsten. Wenn er nur auf die Erde ge,kommen wäre, um als ein Eroberer, ein Zerstörer der Thro,ne und der Reiche, ein Mann, mir aller Rüstung der mensch-lichen Macht und Hoheit versehen, in der Welt zu erschei-nen , würde wohl dieses Ziel, dieser Endzweck, Liese Absichtfür einen Gottmenschen, für einen Gesandten Gottes anstän,Lig gewesen seyn ? wären sie tauglich gewesen, der Gottheitjene tiefe Ehrfurcht und lebhafte Liebe, die ihr gebühren ,zu erwerben ? hätten sie eine wahrhaft göttliche Hoheit ange-zeiger?

Alle menschliche Hoheiten, die unsre Einbildung rühren,sind gemeinlich Hoheiten aus Hoffart oder aus Ungerechtig,kcit: sie werden meisten Theils nach der Größe der Plagengemessen, womit sie die Welt bedrücken: sie sind beynahe al-lezeit auf Gewalt, auf Unrecht, anfRau bbegierde, auf dasUnglück der Völker gegründet. Alexander schlägt Grie-chenland in Fesseln; er stürzet Darms von stimm Throne;er beschwemmet Asien mit Meuschmblme; er bringt Millio-nen Menschen ums Leben : und deßhalbm wird er der Großegeheißen. Wären solche Hoheiten geschickt, die Gottheit zuverkündigen ? wären sie würdig für Gorr ? sollte man erwar-ten , den Gesandten, den Messias, welchen die Prophe-ten und die Orakel der Gottheit geweissaget hatten, damitbekleidet zu sehen?

8- 1l.