Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
73
Einzelbild herunterladen
 

Messias. 73

Messias, das Siegel der Gleichförmigkeit Gottes. . . Lssey nun , wie es wolle: dieß ist gewiß, daß kein Judezur Zeit des großen Herodes, unter welchem Jesus ge-bohren worden seyn soll, einen Messias gehoffet, ver-langet , oder vorgesaget hat.

* * *

Wir wollen mit ganz kurzen Antworten zeigen, daß nie,mals Unwahrheiten leichter zu widerlegen waren, gleichwiees niemals vermeßnere Unwahrheiten gegeben hat.

1. Es ist falsch, daß die Juden den Namen: Christus,Messias, einem jeden gegeben haben, der ihnen ein BißchenGutes that. Wer hat ihnen jemals mehr Gutes erwiesen,als Nehemias, Lsdrao, Judas der Macchabäer, Simonsein Bruder? Unterdessen durchgehe man die ganze Bibel,so wird man keine einzige Stelle finden, wo ihnen dieserNamen beygelegt würde.

2. Das heißt die Unverschämtheit auf das Höchste trei-ben , wenn inan es waget, die vortrefflichen Weissagungendes Jsaias Träumereyen zu heißen. Man foderr alle Bo,lingbroken auf, um in den Schriften der Griechen undRömer etwas zu finden, das den herrlichen und erhabenenBegriffen, oder den rührenden und einnehmenden Gegenstän,den gleichkäme, welche in diesen Weissagungen vorgerragenwerden.

In diesen Weissagungen, die zwey hundert Jahre älterals Lyrus sind, leget ihm Gort den Namen: Christus,bey; aber er entdecket zugleich, warum er ihm denselbenbeylege, und warum er ihn gewählet habe. * Um meines

Dieners

E 5

Jsai. xxxxv.