54 Materie.
Was versteht er dann durch diese Worte: Der Gedankenkönnte wohl ein Geschenk seyn, das Gort der Materie verlie, ^hm hätte? Will er sagen, daß der Gedanken der Materienntgetheilk werden könnte, wie man die Weiße einer Mauermiltheilen kann ? Aber die Weiße einer Mauer ist eine Sub«stanz, welche ohne Einfluß der Mauer bestehr; wo dage«gen der Gedanken keine Substanz ist, wo er ohne Hülfe desLenkenden Gegenstandes nicht bestehen kann, wo er nur eineArt oder eine Modifikation des denkenden Gegenstandes ist.
Will er sagen, daß der Gedanken zu der Materie sty,was die Form und die Bewegung zu ihr ist? Aber ein Phi-losoph würde sich lächerlich machen, wenn er sagete, die Formkönnte wohl ein Geschenk seyn, das Gott der Materie ver-liehen hätte. Denn man begreift wohl, daß es unmöglichsey , daß die Materie nicht eine Gestaltähnlichkeit habe; aberman begreift rächt, daß cs unmöglich sey, daß die Materieohne den Gedanken bestehe.
Will er endlich sagen, Laß der Gedanken etwa mit derMaterie vereiniget si-yn könnte, wie die Seele mit dem Lei-be vereiniget ist ? Aber wir begreifen den Leib und die Seele,wie zwo verschiedene Substanzen; und es wird niemals einMensch so thörichk seyn, daß er sagte, der Gedanken sey ei-ne Substanz. Wir gestehen dann, daß wir nicht wissen,was Voltaire habe sagen wollen. Aber weiß er es wohlselbst«» besser?
Es ist ebenso wenig Menschenverstand in dem, was erbeyscher , man müsse ohne Erbitterung untersuchen, ob csein Widersprach sty zu sagen: Die Materie kann denken,und Gott kann der Materie den Gedanken mitcheilen.
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