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2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
55
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Materie. fs

Denn es ist ein augenscheinlicher Widerspruch, wenn mansaget, eine und dieselbe Sache sey nur der Bewegung fähig,und sie sey auch eines andern Dinges als der Bewegung fä-hig. Nun aber, behaupten, daß die Materie denken kön-ne , heißt soviel, als sagen , daß eine und dieselbe Sache nurder Bewegung fähig sey, und daß sie auch eines andern Din-ges als der Bewegung fähig sey. Folglich ist es ein au,genscheinlicher Widerspruch, wenn man saget, daß die Mate-rie denken könne.

Der Schlußgrund ist überzeugend. Denn man erforscheden Begriff, den wir uns von allen Handlungen der Ma-terie machen können und sollen; man untersuche alle Hand-lungen der Materie, sowohl auf uns und in uns, als aufdie übrigen Gegenstände: so wird es unmöglich seyn, etwasanders, als Stöße, Triebs, Wirkungen der Bewegung zubegreifen; es wird unmöglich feyn zu finden, daß fle einesandern Dinges als der Bewegung fähig sey. Dieß habenauch alle größeste Philosophen bestätiget. Dieß giebt Lo<cke für einen unzweifelhaften Grundsatz an. Dieß kannman nicht an streiten, wenn man nicht allem Lichte der Ver,nunft entsagen will. Man darf also für bewiesen ansehen.Laß die Materie nur der Bewegung fähig s- y.

Aber es ist aus allem, was wir in der Erklärung deszweyten Vernunftschlusses vorgctragen haben, auf gleicheWeise bewiesen, daß es unmöglich ist, daß der Gedankendie Wirkung der Bewegung seyn sollte. Es ist also bewie,sin, daß es ein Widerspruch ist zu sagen: Die Materie kanndenken.

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