Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
51
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Materie. sr

Dritter Vernunftschluß.

Der Gedanken ist eine 2lrt, oder eine Modifikationder denkenden Substanz. Nun aber, keine N7odificationder Materie kann der Gedanken seyn. Folglich kann die Ma,terie keine denkende Substanz seyn. '

Da der Gedanken die Weise ist, nach welcher man sichan die Gegenstände wendet, um sie zu betrachten, zu erken-nen , zu beurkheilen; so ist es sonnenklar, daß der Gedan-ken die Art einer Substanz ist. Mithin ist der Vordersichunstreitbar.

Der Mittersich ist es nicht weniger. Denn alle Modi-fikationen der Materie beschränken sich auf die Bewegung,die inan ihren Theilen emdrücket, oder aufdie Anordnung,die man ihnen giebr, oder aufdie Form, die sie haben. Nungetrauet sich Niemand zu sagen, daß der Trieb, den manetlichen Theilen der Materie giebt, oder ihre Anordnung,oder ihre Form Gedanken seyn. Oder wenn Jemand es wä-gete , Ließ zu sagen, so würde man seine Zeit nicht verlie-ren, ihm zu antworten.

Damit man der Stärke dieser Vernunftschlüsse auswei,che, wird man vieleichr sagen, man behaupte nicht, Laßeine rohe und grobe Materie fähig fty zu denken, und manlege diese Kraft nur der allerfeinsten Materie bey, welchedurch die Organisation zum Besten verfeinert wäre. Oderman wird etwa sagen, das, was man Gedanken oder Ge-sinnung nennt, fty nichts anders, als die Bewegung oderder Stoß der geistigsten Theile des Geblüts an die Sub-stanz des Hirnes. Oder man wird sich endlich genügen,,mit dem verwägensten Gottlosen dieser Zerren zu sagen, der

D s Gedan.