46 Materie.
Durch denkendes oder verständiges Wesen versteht manjenes, welches fähig ist, nicht allein die fühlbaren Gegen,stände zu begreifen und zu erkennen, sondern auch diejenigen,die pur aus dem Verstände genommen, und abstrackr sind;welches dieselben einzeln und abgesondert annehmen, oder ineine Gattung versammeln, und unter den gleichen Begriffenvereinigen kann, also, daß die Kmntniß allem! gleich denk»lich und gewiß sey, sowohl wann sie auf die einzelnen Din»ge geht, als wann sie davon eine gänzliche Abziehung marchet.
Ich glaube nicht, daß unter den Menschen , die sichvernünftig zu denken befleißen. Jemand sey, der sich weiger,te, diese Erklärungen, oder Erläurrungen, oder Bestimrmungen anzunehmen. Aber da man sie annimmt, scheintdie Frage schon gänzlich aufgelöst; und es ist nicht mehrschwer zu beweisen, daß die Materie durchaus unfähig seyzu denken. Dieß wollen wir durch etliche einfache Verrnunstschlüsse, die Jedermann fassen kann, an den Tag legen.
Erster Vernunftschluß.
Jede Handlung oder Eigenschaft der Materie ist theilbar.Nun aber, der Gedanken ist nicht theilbar. Folglich kamtder Gedanken weder die Wirkung, noch die Handlung, nocheine Eigenschaft der Materie ftyn. Folglich ist die Marerieunfähig zu denken, oder den Gedanken hervorzubnngen.
Laß! uns diese drey Sähe in das Helleste Licht schm!i. Der Vordersaß heißt, daß jede Handlung und jede Ei»' genschaft der Marerie theilbar fty. Damit wir von dieserWahrheit überzeuget werden , wollen wir erstlich die Hand»lung der Materie untersuchen.
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