zs Materie.
Worüber würde sich die Vernunft mehr entsetzen, undwas sollte ihr ungereimter scheinen, als wenn man ohneNoch und ohne Beweise eine solche Substanz zuließe?
Ich sage, ohne Noch und ohne Beweise: i. OhneNoch, weil man / um den Ursprung der Materie zu erklä-ren, einen andern Weg hat, Vereinfach, und gut gegrün-det ist, der die Vernunft befriediget, und alle ihre Unge-wißheiten zum Ende bringt. 2. Ohne Beweise, rv-i! allejene, die uns von einer ewigen Materie sprechen wollen,uns niemals den mindesten Grund angeben können, um ih-re Meynung zu bestätigen.
Der Weg, den wir angebekr, um den Ursprung derMaterie zu erklären, ist die Schöpfung. Dieser Weg isteinfach: denn wenn die Schöpfung immer so unbegreiflichwäre, so verschwinden doch alle Beschwernisse, wann mansie für die Handlung einer unendlichen Macht betrachtet.Er ist gut gegründet: denn er wird durch die Offenbarungbestätiget, welche eine bewiesene Sache ist. Er stellt dieVernunft zufrieden: denn dadurch erscheint Gott wahrhaftigals Gott, und wahrhaftig unendlich in seiner Macht.
Aber jene, die uns von einer ewigen Materie sprechen,geben uns nicht allein keinen Beweis, um ihre Meynungzu bestätigen; sondern, ich sage noch mehr: man kann sichnichts Verächtlichere, ja sogar nichts Lächerlichers einbilden,als ihre sogenannten Schlußgründe und Vcrnunftschlüssesind. Man urtheile davon nach dem, was wir aus demgroßen Orakel der heutigen Philosophen herbeybringenwollen.