Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
35
Einzelbild herunterladen
 

Materie. zs

keit verdienen, je mehr sie einfach, natürlich und geschicktMd, die Frage deutlich aufzulösen.

8. I.

Die Ewigkeit der Materie verträgt sich nicht mit dem, ^was uns die Einsichten einer lautern Vernunftvorstellen.

Erstlich wird einem achtsamen Verstände nichts ungereim-ter scheinen, als die Vereinigung dieser zweener Begriffe unddieser zweyer Worte: Materie und Ewig. Denn wenn di«Materie ewig ist, so besteht sie aus sich sechsten; sie ist dannsechsten ihr Ursprung. Wenn sie aus sich sechsten besteht,so ist sie dann unabhängig von Gotte: Gott könnte sie ebenso wenig vernichten, als er sie erschaffen konnte. Er hat sienicht erschaffen können; er könnte sie dann nicht vernichten.Ein Sandkörnchen wäre dann genügsam, um die AllmachtGottes zu vereiteln; und das Daseyn der Materie und allerTheile der Materie wäre dann eben so nolhwendrg, als dasDastyn Gvrres sechsten.

Ferner: Es ist bewiesen, daß die Materie wesentlichträge, und aus sich sechsten keiner Thätigkeit fähig ist, wiewir es in der Untersuchung der ersten Frage gesehen haben.Nun worüber würde sich die Vernunft mehr entsetzen, alswenn man ohne Noch und ohne Beweise eine Substanz zu»ließe, die ewig Da wäre, und ewig zu allem unfähig wäre;die alles von sich selbst empfangen hätte, und die aus sichsechsten nichts vermöchte; die ewig zu allen, unuützlich wäre,und ewig erwartete, bis eine allmächtige Hand sie in dieThätigkeit ffetzre? ^

C 2

Worüber