Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
11
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Märtyrer. i r

Nach dem Verleuindertone nimmt unser Mann dieHäuchlersprache an. Er redet von der christlichen Kirche,als von der Kirche Gottes und dem Gegenstände seiner gött-lichen Sorgfalt; und nachmals lästert er wüthend auf sie.Er spricht von fünfzig Kirchenräkhen, die geduldete Versamm-lungen waren, und er würde sehr verlegen seyn, sie zu nen-nen, oder zn beweisen, daß die Heyden Nachricht gehabthaben, daß sie gehalten wurden. Und wenn sie davon kei,ne Nachricht gehabt haben, wie wird man beweisen, daßsie geduldet waren?

Aber seine Vergleichung, zwischen den Gesetzen der Kai,ser gegen die Christen und den Gesetzen Ludewigs des Vier,zehnten gegen die Calvinisten, und zwischen den Märtyrernder ersten Kirche und den Reformieren, dir in Frankreicheverdammet worden sind, verdienet hier vorzüglich unsre Auf,merksamkeit. Damit man die Unanständigkeit dieser Ver,gleichung erkennen möge, tragen wir die zwo folgenden Be-merkungen vor.

Erste Bemerkung. Die Gesetze der Kaiser gebothen dieVerehrung der falschen Götter, und verbothen alles Bekennt, -niß und alle Ausübung des Christenthums. Waren diese Ge-setze billige Gesetze? Hatten die Kaiser das Recht, sie ausge-hen zu lassen? War man verpflichtet, sich denselben zu un-terwerfen ?

Die Gesetze Ludewigs des vierzehnten gebothen dieBefestigung der alten Religion, die von den Aposteln gepre-digt worden war, und verbothen die Betreibung und Ausü-bung der neuen Religion, die Calvin lehrete. Waren diese Ge-setze billig? Hatte Ludewig der Vierzehnte das Recht, sieausgehen zu lassen ? War man verpflichtet sich denselben zu un-ter.