Märtyrer. 7
Eben derselbe Trajan, als er gegen die parther auszog,hielt sich zu Antiochien auf. Man gab ihm Ignaxen an,der dorten Bischof war; man führte ihn vor seinen Rich,terstuhl. Trajan verhörte ihn gerichtlich in einem rauhenund strengen Tone, als den Feind seiner Götter. Mankann die ganze gerichtliche Frage bcy Fleury * finden. Ig-naz antwortete ihm mit vieler Sittsamkeit, Weisheit, undStärke von der Heiligkeit der christlichen Religion, von derGottheit Jesu Christi, von dem ungereimten Aberglaubendes Götzendienstes: und dieser gütigste Kaiser vernrtheilteihn, daß er von den wilden Thieren gefressen werden sollte.
Aber wer war jener Ignaz von Antiochien, den manhier für einen Bösewicht auszugeben sich bemühet? SeineSchriften, und alle historische Denkmäler belehren uns, daßer Einer der größesten Männer war, die es jemals im Chri,stenrhume gab: ein Mann, dessen Gesinnungen ganz gölt,lich waren; den die ganze christliche Welt in höchsten Eh-ren hielt; der von den Aposteln selbsten gebildet worden war;dessen Briefe, die er nach seinem Bekenntnisse vor dem Kaiser,schrieb, die größeste Seele, das edelmüthigste Herz, die feu»rigste Nächstenliebe, womit ein Herz beseelet seyn kann, anden Tag legen. Also war dieser vorgebliche Bösewicht be,schaffen.
Es heißt: Man weiß nicht, was für eine» Verbre-chensIgna; angeklagt wordenjsey; und: zu derselben Zeit er,mordete man zu Rom die übrigen Christen nicht. Da-mit man wissen möge, warum er angeklagt worden sey,darf man nur seine gerichtliche Frage lesen. Er wurde umeben derselben Ursache willen angeklaget, warum jene Vor,
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