6 Märtyrer
Wenn man den heiligen Ignaz von Antiochien nichtfür einen Erzböftwicht hält, so ist es die Schuld des Ver«fassers der Untersuchungen nicht« Aber ehe man seiner Aus«sage Glauben beymißt, wollen wir sehen, was für einenBegriff wir uns von Trajanen, und von diesem herrlichenBlutzeugen machen sollen.
Man kann nicht verneinen, daß Trajan sehr große Ge«müthsgaben gehabt habe: man muß aber auch gestehen, daßdiese Gaben durch sehr schändliche Laster, welche die Trumkenheir, die widernatürliche Liebe, und ein allzu abergläm >bischer Eifer waren, beflecket worden seyn. Von den zweyenersten Lastern geben uns die heydnischen Schriftsteller sechsten *den Unterricht: und von seiner abergläubischen Gemüthsartkann man aus seiner Antwort auf den Brief des plinmsMtheilen.
Dieser Herr, als er Statthalter in Bythinien war, er«kündigte sich bey Trajanen, wie er sich gegen die Christenverhallen sollte, welche er ihm als Leute vorstellte, die in ih-ren Sitten und in den gesellschaftlichen Tugenden unstrafbarwären, und Lerer ganzes Verbrechen darinnen bestünde, daßsie die Götter nicht anbetheten. Gr berichtete ihm zugleich,was für Todsurcheile er wider einige gesprochen, und zuwas für Peinen er andere verdammet habe. Und dieser gü-tige Kaiser antwortet ihm mit diesen Ausdrücken: „ Du„ hast in den Klqghändeln der Christen der Vorschrift der„ Gerechtigkeit gefolget, wie es sich gebühret. Man muß„ sie nicht auffuchen ; aber, wenn sie angegeben werden,
„ und bekennen, daß sie Christen sind , so muß man,si?
«r strafen,,.
iß"
, § 1 !jÄ
rsr»
sitz,!.
« Eutrsp. und Aurek. DM,
Eben