Märtyrer. 5
Endlich ist es rathsam zu bemerken , wie dieser Menschmit sich selbsten einstimmet. Er saget uns an einem Orte:Die Gläubigen haben sich im Griechenlands und zu Romheimlich ausgebreitet; sie haben ihre Geheimnisse, inabgelegenen Häusern, in Grüften, zur Nachtzeit began-gen : und daher haben sie das Beywort: I.>uci6A3Les,erhalten. Und hier saget er uns, daß eben dieselben Chri.sten, wie verwägene Leute, gegen alle Gottesdienste,und vornehmlich gegen jenen, der im Reiche gebräuchlichwar, als Feinde sich erkläret haben.
Wie läßt sich jene schüchterne Heimlichkeit, welche nurdurch Hülfe der Dunkelheit grübet wird, mit der Kühnheitund öffentlichen Bekanntmachung dieser Erklärungen verglei-chen ? Der Untersucher tritt nicht aus seinem Gleiße. Dortwollte er die Christen verächtlich machen: hier will er sie la,sterhast scheinen lassen.
II.
Einer der ersten und berühmtesten Märtyrer ist Ig-naz gewesen, ein Bischof von Antiochien, welcher vomBaiser Trajan selbsten, der dortmals in Asien war, ver<urtheilet, und auf sein Geheiß nach Rom geschickt wur,de, damit man ihn den wilden Thieren vorwerfen sollte,zu einer Zeit, wo man die übrigen Christen zu Romnicht ermordete. Man weiß nicht, was für eines Ver-brechens er bey diesem Baiser, der außerdem wegen sei-ner Gütigkeit berühmt war, angeklagr worden sey. Esist sehr merkwürdig, daß man den Christen zu Rom ge-stattete, ihm entgegenzugehen, als er Ln diese Haupt-stadt geführet wurde: und dieses beweist sonnenklar, daßman an ihm die Person, und nicht die Sekte strafete.
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