Druckschrift 
Untersuchungen über König Rother
Entstehung
Seite
68
Einzelbild herunterladen
 

68

nung, daß in der Lücke eine Verherrlichung des Klosters Fulda ge-standen habe. Darnach dürfte man in dem Bearbeiter einen FuldaerMönch sehen: hessisch könnte der Dialect desselben recht wohl sein.So viel steht aber fest, daß er in irgend welcher Beziehung zu denTengelingern gestanden haben muß, daß er als Gegendienst für irgendeine Gunst, vielleicht eine Schenkung an sein Kloster oder ähnliches,deren Geschlecht verherrlichte, und daß er in Baiern schrieb. Wie ernach Baiern kam, ob er etwa aus seinem Kloster in ein Kloster Süd-baierns übersiedelte, das bleibt ein Räthsel, welches ich nicht zu lösenvermag. Ich habe an der besprochenen Stelle die Lesart von Agegen H vertheidigt, aber nur für den Fall, daß man bei dem r wirhin zo walde an ein Einsiedlerleben denken will. Etwas anderes wärees, wenn man hier an ein Kloster Wald oder Walde denken dürfte.Aber in dem salzburgischen Orte Wald, der einem in Urkunden häufigerscheinenden Adelsgeschlecbte den Namen gegeben hat, lässt sich keinKloster nachweisen. Bei A. von Meiller, regesta archiepp. Salisburgen-sium wird kein Kloster dieses Namens aufgeführt. Ließe sich ein KlosterWalde in Südbaiern nachweisen, so wäre natürlich die Lesart von Hvorzuziehen und 'Vulde als eine Änderung des Schreibers von A an-zusehen, der seiner Mundart nach Hesse und also auch wohl FuldaerMönch gewesen sein könnte.

Die Thätigkeit des Bearbeiters scheint in der Hauptsachedarin bestanden zu haben, daß er die besprochenen Stellen einschob,sonst aber das alte Gedicht im Wesentlichen unverändert ließ. Erscheint nur bemüht gewesen zu sein, die metrischen Unebenheiten zumindern, auch wohl einzelne Wörter und Wendungen durch ihm ge-läufigere zu ersetzen. Dafür ist besonders bezeichnend, daßlanne, eindem Bearbeiter wohl nicht geläufiges Wort, nur im Reime stehen ge-blieben ist: 1039. 1724. 2744. 4679, sonst aber durch 'ketene ersetztist 685. 757. 1056. 1652. Auch an andern Stellen mag lanne gestandenhaben, so stand wohl statt jenir der da gebundin lac 1650 ursprüng-lich'der an der lannen Zach in alter alliterierender Formel; ebenso standwohl statt 'der holde der da gebunden lac 1095 ursprünglich 'der ander lannen lach, und 1210, wo lanne sogar aus dem Reime vielleichtaus metrischen Gründen entfernt scheint, stand wohl c als6 die dar Zigitan der lannen : lande; jetzt steht: also die dar Zigit gebundin.

Ich stehe am Schlüsse dieser zum Theil recht verwickelten Unter-suchungen. Ich täusche mich nicht darüber, daß ich, obgleich ich Zeitund Mühe nicht gespart habe, bedeutender positiver Resultate nichtviele gewonnen habe, daß ich vielfach über Wahrscheinlichkeiten nicht