Druckschrift 
Untersuchungen über König Rother
Entstehung
Seite
55
Einzelbild herunterladen
 

wohl die Reichsverwesung durch Amelger und nachher durch Wolfrat(736-741. 768—772. 2939—2958 und 2973—2979) echt sein. 2939bis 2958 kann freilich sehr wohl zum Theil interpoliert sein, so dieAnspielung auf Haderaar von Diessen 2941 — 2948 und 2950 ff. könntegeheißen haben: unze daz swert genam | Wolfrät der wigant; | beidelute unde lant u. s. w. Doch darüber wage ich nicht zu entscheiden. —2973 ist doch wohl zu lesen: die reise Wolfram (d. h. Wolfrät) aner-want, vgl. dagegen Rückerts Anmerkung, der mit den 'riesen’ hierdoch nicht weiter kommt. Die 'reise’ konnte leicht wegen des zweiZeilen vorher stehenden 'die riesen’ verschrieben werden. In denfolgenden 6 Versen steht das volksthümliche 'die breide menie’ (Allitte-ration 2972?) und endlich schließen sie mit einem Langverse ab, dereine sonst im Gedichte mehrfach (1586. 4995 f.) vorkommende Wendungenthält. Sie erscheinen also als ursprünglich.

3411 — 3422. Zunächst 3411—3417 bringt einen sehr flachen Moral-spruch; 5415 ff. folgt eine Anspielung auf Kämpfe zwischen Amelgerund Berhter einerseits und Herzog Elvewin andrerseits, die uns un-verständlich ist. Mir scheinen die Verse 3411 — 3422 vom Bearbeiterzu sein.

3433—3442 scheinen die Worte: nü min neve Wolf rät | als ergelovet hat | ridit u. s. w. nur eine Wiederholung von 3899 (nü iz Widoltgelovet hät) zu sein. Daß hier Luppolt 20.000 Mann und gleich nach-her 3450 Berhter ebenso viele verspricht, ist schon auffallend undwiderspricht auch dem, daß nachher Berhter und seine Söhne zu-sammen 20.000 Mann bringen; 3550 heißt es 'dar rident zvenzichdüsint an und 3553 die vor ich unde mine liint | durch dinin willin inden sint. 3441 f. stehen wörtlich 4099 f., wo sie in M fehlen. Die 3444folgenden Worte 'des si ein dach gesprochin von hüte over zvelf wochin’kann nicht Luppolt, sie muß Rother sprechen. Demnach muß 3432gestanden haben 'Rother’ statt 'Luppolt’, wozu auch 'der helet balt’besser passt. Der Bearbeiter wollte Luppolt doch auch Hülfe ver-sprechen lassen, setzte Luppolt und schob die folgende Stelle ein ohnezu beachten, daß das Folgende dazu nicht passte.

3664 ff gehören -wohl nur die Verse 3666—3671 der Rede Wolf-rats an. Im Folgenden ist Verwirrung: daß Luppolt mit nach Con-stantinopel geht, ist wohl nicht richtig, denn er wird nachher nirgendserwähnt. 3850 heißt es: dö slouf Rothere under tisc unde sin man, alsonur Berhter ist dabei, wie auch Rother seine Berathung nur mit Berhterhält. Nur 4189 f. bläst Luppolt das Horn, während eben vorher 4173 ff.Rother von Arnolt seine Bande hat zerschneiden lassen, um selbst