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Umstellung mindestens theilweisc vom Schreiber herrührt, beweist derReim listin : gevristin 3025, während geschrieben steht gevirstin ; inandern Fällen mag sie aber dem Dichter angehören, wofür der Reim3648 zucht : vrocht sprechen kann, wenn nämlich meine Erklärungdieser Stelle richtig ist; vrohten steht noch 892. — 4. Ob wr im Anlautvom Dichter herrührt, ist natürlich noch weniger zu entscheiden; esfindet sich in wringen 432. 2426 u. ö., in wref 1041 und in ge-wrechen 37 *).
Ich habe hiermit zusammengestellt, was lautlich für die Fest-stellung des Dialectes von Wichtigkeit ist. Wenn ich nun im folgendenversuche, festzustellen, welchem Dialecte die lautlichen Eigenthümlich-keiten unseres Gedichtes am ersten entsprechen, so thue ich dieß nichtohne Bedenken und verwahre ich mich von vornherein gegen die Zu-muthung, daß ich hiermit eine mir als ganz sicher erwiesen geltendeBehauptung aufstellen wolle.
Am nächsten scheint mir das Mittelfränkische zu liegen. Die Ur-kunden dieser Gegend (bei Lacomblet II. III. IV) sind zwar erst vonder Mitte des XIII. Jhs. ab spärlich mit deutschen untermischt, häufigerwerden die deutschen Urkunden gar erst mit dem XIV. Jh., also fast200 Jahre nach der von mir angenommenen Abfassungszeit des Rother.Dieß ist sehr zu beachten, wenn auch in dem Jahrhundert von 1150bis 1250 der Dialect sich im Wesentlichen wenig verändert haben mag,falls man nämlich aus der Vergleichung der Urkunden von 1250 undvon 1350 diesen Schluß ziehen darf.
Die Vocale betreffend, ist zuerst über das den langen und auchkurzen Vocalen in der Schrift häufig folgende i oder y eine Bemerkungzu machen. — Daß solche ai (z. B. räit), oi (z. B. lois) und ui (z. B.hüis) nicht wie eigentliche Diphthonge gesprochen wurden, ergibt sichschon daraus, daß diese Schreibung oft in denselben Urkunden undin denselben Wörtern mit einfachem ä, 6, ü abwechselt**). Dieß iist also wohl hauptsächlich Längezeichen, gleich dem e, wie auch ineiner Urkunde (Lac. III 319) stäet und stäzn nebeneinander Vorkommen(in derselben däir neben dar); ebenso in einer Soester Urkunde (Lac. III231) oyc neben löeven, slöet. Vielleicht lag dieser Schreibung eine
*) Das häufige cli statt t, so in zieh, sieh, goch rührt dagegen sicher von einemAbschreiber her.
**) So steht in einer kölnischen Urkunde (Lac. III 80) vom Jahre 1309: ge~soint neben sone; häin neben hän; in einer jülicher Urkunde vom Jahre 1322 (Lac. III190): hän neben häint, son neben soins u. s. f.