Druckschrift 
[1] (1838)
Entstehung
Seite
136
Einzelbild herunterladen
 

136

geliebte Jünglinge, seid ohne Zweifel diesem allgemei-nen Loose des Menschen nicht entnommen! Jetzt zwarstehet ihr noch in Fröhlichkeit und Freude da; derLenz Eures Lebens blühet Euch und gcnicssct ihn im-merhin, soweit der Genuß nicht Sünde wird! Dcnr.seht, es naht auch der Ernst des Lebens schnell, wirein eiliger Wanderer, und schreckenvoll, wie ein Ge-wappneter und wohl Euch, wenn er Euch nichtüberwindet!

Aber man muß der Stärkere seyn, wenn man d:nStarken binden will, und andauernde Uebung allerKräfte das giebt allein die genügende Kraft mmSiege! Darum wäre es, wie cs unmöglich ist an sich,so auch von uns, m. H. gewiß eine mißverstandeneSchonung, eine Weichlichkeit, die sich gewaltig rächenwürde, wenn sich der Knabe ganz so ruhig, wie erist, den lieblichen, schonen Jugcndtränmcn überlassendürste, ohne frühe schon mit dem, was kommen wird,bekannter gemacht, und mit den besten Waffen widerden gewaltigen Feind gerüstet und an die wackereFührung dieser Waffen angewöhnt zu werden. Allein cs ist ja ein Streit des Geistes; so müssen dieWaffen geistig seyn. Wo nehmen wir sie her? Wofinden wir den Trost, der über alles Leiden in deräusseren und inneren Welt erheben könnte? Wo fin-den wir die heilsamen Lehren, welche stets zur Tu-gend wachsam und geschickt erhalten? Wo jene Si-cherheit, die uns ei» Geistesleben nach dem Leben die-