Ziele, bei dem, auch nur äußerlich betraebtet, derMensch doch gewiß keinen festen Halt hat, sondernim allcrgünstigstcn Falle die ganze Sache wiederumvon vornen anfängt? Können wir zufrieden scyn?
Die Alten waren cs selbst nicht immer! Sonst hät-te Nicht z. B. ein Sophocles (wenigstens für dasUcbcl in der moralischen Welt) an Oedipus durcheine Abbüssung sich den Schlüssel zu dem Räth-scl ausgesucht — eine Büßung, die aber freilich,wenn sie gerecht sein soll, nur höchst schrcckcnvoll u.traurig für jeden Menschen ausfallen kann, oder,wenn dieses nicht geschieht, auf allzulcichte, darumfalsche Vorstellungen von der Schuld sich gründet!
Die Alten waren es selbst nickt immer! Sonst hät-te man auch keine Stoa aufgebaut. Man that es.Aber den Weg zu dieser Stoa giengen meist nurPhilosophen, Fußtapfen der Dickter finden wir nurwenige dahin. Und wenn auch! War denn dieserandere Versuch besser, der an die Stelle der bewegli-chen Lust den starren Hockmuth auf den Thron er-hob? „Du brauchst nicht eben einen Gott zu ehren,oder auch zu fürchten; selbst dem Schicksale trotzestdu; wcnn's stürmt, so hülle dich in deine Tugendein!" Ja, deine Tugend! deine Tugend! Wir möch-ten auf gut christlich - deutsch fortfahren: „und ge-he nur, du Lahmer, und sehe nur, du Blinder, undstelle dir Nür deine Narrenkappe für ein Diadem,und deinen Bcttelrock für einen Purpurmantel vor!