II.
Einführung
in die
MagogHchrn Lehren Aoachinl Heinrich Cnmpesund Krjij I: derfrlbrn.
Wie wir aus dem Voraufgegangenen zur Genüge ersehen haben,ist Joachim Heinrich Campes ganzes Sein, Denken und Fühlen, sinddie gesamten Kräfte seiner Seele in der erzieherischen Thätigkeit,der er sich ungeteilt ergeben hatte, aufgegangen. Dabei ist selbstvon Eingeweihteren wohl nicht zu verkennen, daß die Wurzeln seinerpädagogischen Anschauung ihren Sitz im Philanthropinismus haben,daß er diesem und seinen Lieblingen Locke und Rousseau die erstenAnregungen verdankt, daß er aber auch in der Erziehung vollständigvon ihnen unabhängige und selbstgewählte Pfade ein-geschlagen hat.
Wiederum darf auch nicht übersehen werden, daß diese An-regungen Campe die Wege zu einer seltenen pädagogischen Wirk-samkeit geebnet haben und daß letztere in eine Zeit fiel, die nachAufklärung strebend allen Erziehungsfragen eine ganz besondere Ge-neigtheit und ein eifriges Interesse entgegenbrachte und mit Begeisterungdie erzieherischen Jdeeen von Männern aufuahm, die, voll Mut undKraft und mit Enthusiasmus für ihren Beruf erfüllt, den Kampfmit den herrschenden Vorurteilen aufnahmen und die Bildung einesneuen Menschengeschlechtes durch Erziehung der Jugend planten.