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nachdem der Schwiegervater ihm die Buchhandlung übergeben, wurdeder Familienkreis noch gemütlicher und lieblicher. Fünf Großkinderumspielten damals den glücklichen Großpapa: Eduard, Karl, Sophie,Lilly und Marie. Zur Familie gehörte auch die treue Hanne; siedurfte sich erlauben, mitzusprechen und genoß von allen Liebe undAchtung. Als sie 1790 starb, widmete ihr Campe warme Worte.Niemals schrieb einer der ersten Pensionäre an Campes Familie,ohne Hanne mit Grüßen zu bedenken.
Aber auch an Prüfungen fehlte es dem biedern Campe nicht;denn dieses Leben ist ja nun einmal unvollkommen! Im Jahre 1805von einem Nervenfieber befallen, sammelte er langsam seine Kräftewieder und suchte 1807 schon zum zweiten Male Hilfe im Karls-bader Sprudel. Hier traf er mit Goethe zusammen, der ihn trotzfrüherer Zänkereien in den Xenien, die sich um Campesche Kritiküber die deutschen Dichtungen des Litteraturfürsten drehten, warmbegrüßte und hochachtungsvoll behandelte. Auch mit Elise von derRecke traf er hier zusammen, als sie eben ihren Liebling und Schütz-ling Senme in Teplitz hatte begraben lassen. Ohne Heilung ge-funden zu haben, betrat Campe verstimmt die Heimat wieder. DieKolossalarbeit des „deutschen Wörterbuches" brach die letzten Kräftedieses starken Geistes, „über den sich jetzt der Dämmerungsschein derUnzurechnungsfähigkeit legte. Jedenfalls war es Gehirnerweichung,welche die Verdunklung eines Geistes zuwegebrachte, der so manchegroßartige Blüte getrieben. Die Ärzte rieten ein Seebad an, aberschon völlig gestört erreichte Campe Hamburg. Bei Verwandten nahmman Quartier, und hier kamen dem Kranken wieder lichte Momente.
„Fa, wir Campes sind alle Despoten!" warf er plötzlich insGespräch.
Als man darauf einging, ihm aber zu verstehen gab, daß er,der Sprachreiniger des Deutschen, soeben selbst ein Fremdwort ge-braucht, entgegnete er:
„Ganz richtig, Zwingherren sollte es heißen!"
Man hoffte, aber andern Tages öffnete Campe ein Fensterund rief:
„Guten Morgen, Herr Schuback!"
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