Druckschrift 
Geschichte der Stadt Bielefeld und der Graffschaft Ravensberg
Entstehung
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Es ist aber ein solches Buch nicht allein zur Ergänzungund Begründung der eigentlichen Geschichte notwendig, sondernwird auch zur Erhaltung von Akten dienen, die leider soleicht in alle Winde zerstreut werden.

Der Verfasser hat während seiner Arbeit sich immer mehrvon derselben angezogen gefühlt. Zwar ist die GeschichteBielefelds nicht wie die der Nachbarstädte Herford, Osnabrückund Minden, wo Kirchen- und Bnrgermachh stets miteinanderrangen, reich an gewaltsamen Begebenheiten, aber desto reicheran Momenten inneren Wachsens, reicher an Momenten kauf-männischen StrebenS und universeller Beziehungen, reicher anMomenten deS Ringens mit einer immer übermächtiger auf-tretenden ans- und inländischen Konkurrenz. In dieser Be-ziehung aber geht die Bedeutung einer Geschichte Bielefeldsweit über deren engeren Nahmen hinaus, sie gehört der Kultur-geschichte des Vaterlandes an, dessen beste Blätter sie ziert.

Jeder Bürger, der seine Vaterstadt, mit der er sich javerwachsen fühlen muß, liebt, hat ein Bestreben, zu wissen, wiees ehedem um seinen Ort stand, wie seine Ahnen dachten undhandelten, welche Ereignisse stattfanden, wie diese und jeneStadtteile sich entwickelten; durch eben diese Kenntnis belebensich ihm Straßen und Plätze, Kirchen und Schulen; durch dengewonnenen geschichtlichen Hintergrund erhält alles für ihn einetiefere Bedeutung und er fühlt sich so bald fester mit seinemHeinratorte verwachsen.

Aus diesem Grunde schon sollte einer Stadt wie Bielefeldeine Geschichte nicht fehlen. Gelehrt durste diese freilich nichtsein, sonst konnte sie ihren Hauptzweck nicht erreichen, der darinbesteht, daß jedermann sie lesen und verstehen muß; sie sollte,aus ein quellenmäßiges Studium gegründet, in allgemein ver-ständlicher Form ein Gesamtbild entrollen, in das man mitInteresse sich vertieft.

Daß dein Verfasser bei der Fülle eines völlig verzettelten,ungesichteten Materials dies nicht auf den ersten Wurf so ge-lingen konnte, wie er wollte, weiß er selbst am besten; dochhofft er bei einer zweiten Auflage völlig das zu liefern, wasihm vorschwebte. Schließlich aber sagt er Herrn Otto Wester-mann für die Bereitwilligkeit, mit der derselbe ihm eine Einsichtin seine reichhaltigen Sammlungen gewährte, den besten Dank.

Bielefeld, im Januar 1887.

w. Fricke.