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Geschichte der Stadt Bielefeld und der Graffschaft Ravensberg
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hauptsächlich feinere Garn, welches wegen Mangel an Stühlenund Webern nicht verwebt werden kann, senden obgedachte 6Mediatstndte nach Holland und in'S Bergische zu den dortigenFabriken. Dieser Garnhaudel beläuft sich jährlich auf drei bisviertausend Thaler und von der Stadt Herford und dem übri-gen Teile der Grafschaft wird verhältnismäßig ebensoviel de-bitiret.

Die Bleicher sind größtenteils aus Holland mit großenKosten genommen und die jährlich allein in Bielefeld erforder-liche Milch und Weidasche zu dieser Bleichart kostet allein über3000 Thaler. Diese letztere Entreprise muß indessen doch eini-ger Aufmerksamkeit gewürdigt sein, weil bald nachher Schlesierhierher gesandt wurden, die neue Bleichart abzumcrken, aberunverrichteter Sache wieder heimziehen mußten. Dieses wenigenur soll zum Beweise dienen, wie wenig wir in Absicht unseresGuten, außer was unsere Schinken und Pumpernickel betrifft,einer besonderen Aufmerksamkeit wert gehalten werden.

Für Schlesien eröffnete der König alle möglichen Kanäle,die dortigen Leinwandfabriken weiter zu poussiren und mehrerenAbsatz zu befördern; uns hingegen fehlt es nicht nur an allerAufmunterung, sondern unsere Leinwand war sogar verschiedeneJahre hindurch in den andern königlichen Provinzen Contrebande,bis sie jetzt mit genauer Not einigermaßen wieder frei gege-ben ist.

Wenn wir so, wie die Mark Brandenburg und Magde-burg, des Königs. Lieblingsfabriken, den Seidenbau und Woll-manufacturen ergreifen wollten, so genössen wir vielleicht mehrereUnterstützung; aber dann ließen wir die Tauben fliegen undhuschten nach dem Sperling auf dem Dache. Beides zugleichaber kann nicht betrieben werden, weil mir bei unserm jetzigenGewerbe, ungeachtet unserer starken Bevölkerung, schon keineHand mehr übrig haben. Was würde auch unser Los dannweiter sein, als den übrigen Provinzen zu ewigen Handlangernzu dienen und ihnen die Seide roh und die Wolle höchstens ge-sponnen in die Fabriken zu liefern?"

Lassen wir unfern Gewährsmann vom Jahre 1790 jetztweiter reden, wobei wir uns, wie oben, eine zeitgemäßere Dar-stellung erlauben.

Die Kaufmannschaft wandte indessen alle ersinnliche Mühean, die Sache wieder in ihr Geleise zu bringen. Die Exporta-tion der grauen Leinwand von Seiten der Fabrikanten wurdengehemmt, die Kaufleute wieder in den alleinigen Besitz des Han-dels gesetzt, die Fabrikation selbst wurde veredelt und das Bleich-

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