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eng blockierte, daß dieser Not litt. Inzwischen mochten die Ver-hältnisse günstiger für den Churfürsten geworden sein, denn am22. Sept. 1652 rückten die Brandenburger wieder ein, nahmendie 4 Bürgermeister gefangen und führten sie zum Sparenbergeab, von welcher Feste sie nicht eher entlassen wurden, bis sieder Reichsunmittelbarkelt ihrer Stadt im Namen derselben ent-sagt hatten.
Wie der Churfürst in äußeren Angelegenheiten bestrebtwar, in seinen Ländern ein einheitliches Regiment zu gewinnenund zu dem Zwecke selbst einen Gewaltakt nicht scheute, so auchin kirchlicher Beziehung. Er gründete deshalb ein Consistoriumfür die Grafschaft und zwar mit den Worten:
„Nachdem wir die Nothdurft zu seiu befunden, ein Con-sistorium in dieser unserer Grafschaft anzuordnen, so haben wirsolches unfern Regierungsräten Henrich Ledebur, Florens Schliep-stein und auch dem Superintendenten Hildebrand Fronen allhiergnädigst committieret und dieselben zu Assessoren in obgemelde-tem Consistorio zu bestellen, dergestalt, daß sie nach Art undWeise, wie solches in der evangelischen Kirche gebräuchlich, alledahin gehörige Sachen in unserem Namen erörtern, damit inden Kirchen eine ehrbarliche Uniformität bei den Ceremonien,so in der Stadt allhier üblich und im Gebrauch fein, gestiftetund alle Pastores in hiesiger unser Grafschaft sich damit konfirmie-ren mögen. Diesemnach haben wir auch solches uotificierenwollen mit gnädigstem Befehl über diese unsere gnädigste Ver-ordnung steif und fest zu halten, daß derselben gehorsamst nach-gelebet werden möge. Sein euch mit Gnaden allerseits wohlgewogen. Gegeben Sparenberg, den 4. Oktober 1652."
Gern weilte Friedrich Wilhelm in seinem lieben „Spinn-und Linnenlande," dessen Gewerbthätigkeit ihm am Herzen lag,wie so viele Erlasse zur Hebung desselben beweisen. Er resi-dierte im Januar und Februar 1650 auf dem Sparenberge, fer-ner 1651*), 1652 und im Octob. 1661. Im Jahre 1666 traf ermit einem glänzenden Gefolge in der Stadt ein. Bei seinemAufenthalte vom Jahre 1668 ordnete er den Bau einer Kircheauf dem Sparenberge an, welche von den Reformierten der Stadtbis 1682 mitbenutzt wurde, von welchem Jahre an diese, da
*) Freitags vor Pfingsten kamen Sr. Durchlaucht abermals nachPetershagen, feierten dort ein Fest und zogen Mittwoch nach Minden, wo-selbst sie, als sic Donnerstags die Hufschmiede herunter ritten, um nachBielefeld zu reisen, vor dem Münterschen Hause einen gefährlichen Fall vomPferde thaten.
Culemann.